"Bankenabgabe unfair und ungerecht"
Der Vorstand der Volksbank Wipperfürth-Lindlar ist mit dem Verlauf und dem Ergebnis ihres 116. Geschäftsjahres mehr als zufrieden. Und die 69 anwesenden Vertreterinnen und Vertreter des genossenschaftlichen Kreditinstitutes waren es allem Anschein nach auch. Das demonstrierten sie mit breiter Zustimmung anlässlich der diesjährigen Vertreterversammlung am 7. Juni in der Alten Drahtzieherei in Wipperfürth.
Einstimmig votierten sie für den vom Vorstand vorgelegten Bericht über das Geschäftsjahr, den Jahresabschluss 2010 und die vorgeschlagene Verwendung des Bilanzgewinnes in Höhe von 1,252 Millionen Euro.
Damit erhalten die 6.321 Mitglieder (darunter 503 neue Bankteilhaber) eine Dividende in Höhe von 5,0 Prozent zuzüglich eines Bonus in Höhe von 1,0 Prozent (Vorjahr 0,5 Prozent) auf ihre gezeichneten Geschäftsanteile.
Alles in allem beläuft sich der für 2010 ausgewiesene Jahresüberschuss auf 2,752 Millionen Euro. Der Großteil davon ist in die Rücklagen geflossen. Die Volksbank baut damit ihre Eigenkapitalbasis weiter aus und stärkt so ihre Möglichkeiten und Chancen im Kreditgeschäft auch im Blick auf die künftigen Erfordernisse nach Basel III.
Hart ins Gericht ging der Vorstand mit der Politik und der Bankenaufsicht. Neuregelungen auf dem Bankenmarkt infolge der Finanzkrise seien sicher notwendig. Mit ihren Entscheidungen und Beschlüssen sei die Politik jedoch, zumindest für die Genossenschaftsbanken, über das Ziel hinausgeschossen. Obwohl sie die Krise nicht herbeigeführt hätten und - im Gegenteil - zur Stabilisierung des gesamten Systems beigetragen hätten, müssten Genossenschaftsbanken jetzt für die Fehler anderer bluten.
Vorstand Franz-Günter Fehling: "Die vom Bundestag beschlossene Bankenabgabe ist unfair und ungerecht. Sie benachteiligt solide wirtschaftende Institute und führt damit zu einer Wettbewerbsverzerrung. Beschlüsse, die aus Brüssel kommen, tragen eine globale Handschrift, die den drei Säulen im deutschen Bankensystem keine Rechnung tragen." Persönlich als ehrbarer Bankkaufmann verletzt sieht sich der Volksbank-Vorstand in der Diskussion um den Einsatz von so genannten verdeckten Ermittlern bei Bankberatungen.
So ergänzte sein Vorstandskollege Helmut Vilmar: "Hier wird ein gesamter Berufsstand unter Generalverdacht gestellt und in Misskredit gebracht. Das haben unsere Berater, die im Interesse der Kunden nach der besten Lösung suchen, nicht verdient."
Zum Team der Volksbank zählten Ende 2010 insgesamt 109 Mitarbeiter und 5 Auszubildende und zum 1. August beginnen 4 neue Auszubildende ihre Bankausbildung. Die Volksbank übernimmt damit gesellschaftliche Verantwortung und demonstriert Optimismus für die eigene Zukunft.
Neben dem täglichen Bankgeschäft ist die Volksbank in der Region Lindlar und Wipperfürth ein verlässlicher Partner und Förderer der Vereine und Organisationen aus den Bereichen Kultur, Sport, Bildung und Soziales. Sie wurden im abgelaufenen Geschäftsjahr mit über 67.000 Euro unterstützt.
Auf personelle Kontinuität setzt die Volksbank bei der Besetzung ihres Kontrollgremiums. Bei turnusgemäß anstehenden Wahlen zum Aufsichtsrat bestätigte die Vertreterversammlung die Mitglieder Jörg Nawrot und Norbert Orbach für drei Jahre im Amt. Für den aus persönlichen Gründen aus dem Aufsichtsrat zurückgetretenen Hans Georg Engel wurde Heribert Wintersberg aus Frielingsdorf-Scheel neu in den Aufsichtsrat gewählt.
Nach umfangreichen Informationen und Erklärungen durch den Vorstand und zahlreichen Diskussionsbeiträgen der anwesenden Vertreter wurde die vorgeschlagene Satzungsänderung zur Kernkapitalqualität von genossenschaftlichen Geschäftsguthaben einstimmig verabschiedet. Somit sind die Weichen für eine zukunftsfähige Kapitalausstattung der Volksbank Wipperfürth-Lindlar eG gestellt.
Die Zahlen und weitere Informationen zum Geschäftsjahr 2010 finden Sie im Jahresbericht 2010.